the radioactive apelog

some random thoughts

Warum Amazon-Fasten gut für uns ist

Mein Prime Abo habe ich bereits vor einigen Monaten gekündigt. Seit dem Jahreswechsel, sozusagen als guter Vorsatz, versuche ich zudem möglichst nichts mehr bei Amazon zu bestellen. Bis auf eine unbedachte Ausnahme im Januar (ging direkt gut los ;-)) ist mir das auch gelungen.

Warum das Ganze? Ich glaube, dass es wichtig ist einen Markt mit Wettbewerb und Alternativen zu haben. Wenn dieser Konzern seine monolithische Position noch weiter ausbauen kann, wird das zwangsläufig dazu führen, dass er irgendwann die Regeln im Umgang mit Dienstleistern, Lieferanten und schlussendlich auch Kunden selbst bestimmen kann. Bei den beiden erstgenannten tut er das ja auch schon, und fällt dabei nicht durch Zimperlichkeit auf.

Ich weiß, oft ist es frustrierend – entweder führen andere Händler die Artikel nicht, die Preise sind massiv höher oder das gewünschte Zubehörteil ist nicht verfügbar. Amazon hat dazu noch unbestritten mit die beste Organisation (Versandtempo, Retourenservice etc.) und einige liebgewonnene Funktionen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass z.B. die Wunschliste die Kind-Großeltern-Onkel&Tanten-Kommunikation ungemein erleichtern kann.

Man muss ja auch kein Dogma daraus machen, und Geld zu verschenken hat man im Normalfall ja auch nicht. Aber wenn nicht bei dieser, dann vielleicht bei der nächsten Bestellung oder der Übernächsten. Jeder Euro, der nicht auf dem größten Haufen landet, hilft Vielfalt und Wettbewerb zu erhalten, und damit die Position des Kunden stark zu machen. Wir können entscheiden wie gut das Blatt ist das wir in der Hand halten, lasst uns unsere Trümpfe nicht unbedacht ausspielen, wir brauchen sie vielleicht noch.

P.S. : Das Gleiche gilt übrigens für viele Bereiche. Wir kommen nicht mehr ohne WhatsApp aus, schon klar, aber muss wirklich jede Kommunikation darüber laufen? Lass die Vereins-, Kindergarten und Bürogruppe weiter bei WA laufen aber überzeuge deine Freunde von einer Alternative!

(Titelbild von josemiguels auf Pixabay )

Lieber Peter Lustig

in diesem Jahr sind schon so manche bekannte Persönlichkeiten gestorben, und oft fand ich es wirklich bewegend. Aber bei Dir ist nochmal etwas anders.

Als ich die Nachricht las, und damit unweigerlich an Dich denken musste, war ich wieder ein Kind. Und ich saß im Wohnzimmer meiner Eltern vor dem Fernseher, und in diesem warst du, der mir eine Welt erklärte, in der es damals noch so viel zu entdecken gab.
Du bist untrennbar verbunden mit dem Gefühl von damals, mit heute naiv erscheinenden Träumen, mit Begeisterung für heute Alltägliches oder auch mit dem Verwundern über glasklare Dinge aus Sicht eines Erwachsenen. Du hast mit diesem ganzen Rechnungen-bezahlen, Wecker-stellen oder auch den Menschen die einem nur Schlechtes wollen nie etwas zu tun gehabt. Du bist Teil des Guten in uns, Teil der Erinnerung an Momente die nie vergehen werden, und so bleibst du in Millionen von uns bestehen.

Vielen Dank.

Geocaching – Ein Nachruf

Ich habe vor ein paar Wochen meine letzten aktiven Caches archiviert, nachdem ich selbst nun schon seit fast 2 Jahren keinen mehr gesucht habe. Mich hat diese Hobby einige Zeit sehr in Beschlag genommen, und mir viel Spaß und nette Kontakte beschert die ich nicht missen möchte.

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Was geblieben ist, ist die Liebe zum draußen sein, zum Erkunden der Umgebung –  sei es nun zu Fuß oder per Rad. Geocaching war da sozusagen die Einstiegsdroge. Inzwischen brauche ich aber keinen Cache mehr der mich nach draußen lockt, ganz im Gegenteil, ich habe sogar keine Lust mich unterwegs vom Suchen ablenken zu lassen.

Einer der erste Funde aus dem Jahr 2008

Einer der erste Funde aus dem Jahr 2008

Irgendwann ist das Spiel einfach kaputt gewesen für mich, und auch wenn ich es versucht habe, wird es das wohl auch bleiben.

Ihr habt es kaputt gemacht !

Weil ihr alles mit Dosen zupflastert, an jeder verdammten Leitplanke und jedem Baum. Weil ihr euch nicht mal mehr die Mühe macht, eine Begründung für das Verstecken eures Scheiß-PETlings zu suchen. Weil ihr, statt ehrlich zu tauschen, nur Müll in Dosen hinterlasst oder einfach gar nichts hineintut, eure Blagen sich aber natürlich bedienen dürfen.

Weil ihr Lösungen von Rätseln weitergebt, und damit sowohl dem Rätsel-Ersteller als auch allen ehrlichen Bezwingern des Rätsels den nackten Hintern zeigt.

Weil ihr das System der Trackables ad absurdum führt, indem ihr bei Treffen Listen abschreibt um eure Statistik zu füllen, aber wirklich in Dosen liegende Reisende liegen lasst oder ungeachtet des Reise-Wunsches in der nächstbesten Dose droppt. Alternativ verbummelt ihr das Ding einfach.

Weil euch die verdammte Statistik wichtiger ist als das was Geocaching ausmacht!

Ich hab es kaputt gemacht

Weil mir die verdammte Statistik wichtiger war, als das was Geocaching ausmacht!

 

Ja, das war weder objektiv noch allgemeingültig, musste aber einfach mal raus.

Bad Religion – No Control

Es muss irgendwann in den frühen Neunzigern gewesen sein, als ich die Platte im CD-Player meiner älteren Schwester fand. Die CD hatte der Besuch des Vorabends wohl dort vergessen, während ich als kleiner Bruder absolutes Zutritts-Verbot gehabt hatte.

Ich war neugierig, aber als ich den Play-Knopf drückte dann doch zunächst geschockt; Das war alles so schnell, für meine Ohren komplett ohne Melodie und rauh – aber trotzdem oder auch grade deswegen faszinierte es mich.

Ich nahm die CD mit in mein Zimmer, bevor sie mir jemand wegnehmen konnte. Ohne dass ich sie je wirklich erworben hätte, wurde sie damit zu meiner ersten CD, denn sie steht immer noch bei mir im Regal. Keine Ahnung warum nie jemand danach fragte, aber das war mir natürlich sehr recht. Natürlich hatte ich auch vorher schon Musik gehört, speziell alles was ich bei meinen Schwestern abgreifen konnte und natürlich was im Radio zu hören war, aber das war anders, ich hatte jetzt etwas eigenes, das sich von allem vorher unterschied.

Wenn ich die CD heute höre (so wie jetzt während ich das hier schreibe) ist das mehr als die bloße Musik.

Ich fühle wieder wie ich nach der Schule, auf dem Heimweg von der Bushaltestelle, mit Automatic Man im Walkman, panisch überlegt habe, wie ich meinen Eltern das Ergebnis der Mathearbeit verkaufen sollte.

I want to conquer the world,
Give all the idiots a brand new religion,

Ich muss daran denken wie ich mit Hilfe eines Englisch-Wörterbuchs versucht habe I Want to Conquer the World zu übersetzen, was mir irgendwie nie in Gänze gelang, aber trotzdem viele Türen für neue Blicke auf die Welt öffnete.

Wahrscheinlich hat diese Platte, als Beginn einer musikalischen Prägung, viel zu meinem Weltbild beigetragen und mich über vieles nachdenken lassen.

Anxiety destroys us but it drives the common man.
Foundation of society, anxiety. Suppress it if you can.

Trauring ist ja, das sich Themen und Kritikpunkte wenig von jenen unterscheiden, die die Welt heute bewegen. Menschen werden kontrolliert und kontrollieren andere durch Angst und Misstrauen. Für dringenden Probleme der Welt (Hunger, Umweltzerstörung, etc.) gibt es keine Lösungen. Alles marschiert im Takt von Konsum und Fortschritt, und damit die anderen platt.

So many theories, so many prophecies,
What we do need is a change of ideas.

Ich versuche heute noch Konzerte mitzunehmen wenn Bad Religion auf Tour sind, schon allein weil mit jeder zu befürchten steht dass die Jungs auf eine nächste keine Lust mehr haben werden. Und wenn es einmal soweit ist wäre das auch alles andere als schlimm – the world won’t stop without you.

 

Erscheinungsdatum: 15. Juli 1989

 

Ich werde ab sofort immer mal wieder ein paar Platten vorstellen, die mich nachhaltig geprägt, beeindruckt und natürlich begleitet haben. Das wird keine Gegenüberstellung oder Positionierung, dazu völlig subjektiv und erst recht kein Review.

Sag doch einfach „Hello again“

Die Gegend hier zwischen südlichem Ruhrgebiet und nördlichem Sauerland mag für einige tolle Dinge stehen, auch wenn mir spontan nichts davon einfallen mag. Was jedoch definitiv nicht dazu gehört, ist die Freundlichkeit der Menschen. Ich bin selbst zu sehr Misanthrop, als dass ich mir aufdrigliche Schnellfreundschafts-Amis wünsche, aber ein simples „Hallo“ wäre mitunter ganz nett.

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