Du kommst näher, ob man nun will oder nicht. Die Luft riecht nach dir, und wenn man genau hinschaut ist das Grün der Blätter auch lange nicht mehr so intensiv wie noch vor ein paar Wochen. Überall wird die Ernte eingefahren, die Äpfel kriegen rote Backen und beim Blick aus dem Fenster, morgens mit der Zahnbürste im Mund, steht die Sonne immer ein wenig tiefer.

Eigentlich mag ich dich ja. Ich mag deinen morbiden Charme, legt doch der von dir verursachte Verfall Schätze frei, die das überquellende Grün des Sommers verborgen hatte. Ein schöner Oktober-Tag ist wie ein guter Wein, ein warmer Sommertag wie ein Caipirinha, und eigentlich ist mir der Wein lieber. Ich mag es ab und zu die Jacke bis zum Hals zu schließen und im Gesicht den Regen zu spüren, auch wenn der bei dir kälter ist als noch im Juli.

Dank dir wird es wieder leerer draußen, die Bikinifiguren sind entweder erreicht oder nicht mehr so wichtig, und die Wege dementsprechend leer. Es gibt weniger Insekten und Hundescheiße, dafür aber mehr Blick nach Oben und in die Ferne. Im Haus wird es gemütlicher wenn du draußen die Bäume schüttelst und die Wolken die Tage verdunkeln. Es ist manchmal eben schön, wenn man mit dem Tag nicht viel Besseres anfangen kann als vor dem Fernseher zu sitzen.

Aber eins kann ich an dir absolut nicht leiden, das will ich klar stellen; Dass du am Ende immer diesen Winter anschleppst, das geht gar nicht klar!

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