Ich bin ja eigentlich nicht die Zielgruppe für Navis beim Mountainbiken, denn zum Einen besteht für mich ein Großteil des Spaßes daraus neue Wege zu entdecken, auch auf die Gefahr hin sich schiebend im Wald wiederzufinden, und zum anderen, habe ich beim Tourstart ungern eine feste Route im Auge, sondern lasse mich lieber nach Lust, Laune und Kondition treiben. Nachdem ich aber nun schon länger ein komoot-Konto habe wollte ich das Tool auch einmal testen.

Vorbereitung

Tourenplanung mit komoot

Ich plante meine Tour zu Haus am Rechner, d.h. im Browser auf der komoot-Website. Ich wusste wo es los gehen sollte und wo ich hin wollte, den Rest sollte das Tool für mich übernehmen.
Handling, Funktionsumfang und Optik sind top. Nach Eingabe von Start und Ziel werden einem Routen vorgeschlagen aus welchen man zunächst eine wählen und dann noch individuell anpassen kann. Ich ergänzte meine Tour noch um einen Wegpunkt, da ich nicht Hin- und Rückweg identisch zurücklegen wollte. Nach dem Speichern der Tour ist diese per Mobilgerät aufruf- und verwendbar.

Unterwegs

Ich verwende die iPhone-Version der App, die sich aber von der Android-Version nicht großartig unterscheidet. Da ich ausschließlich die Sprachausgabe nutzen möchte, spielt das aber auch keine große Rolle.Ich bin bisher noch zu feige mein Smartphone am Lenker zu befestigen, also kommt das Telefon in die Armtasche, und ist dadurch auch nahe genug am Ohr um ohne störende Kopfhörer(-kabel) fahren zu können.

GOPR0224Zu Beginn der Tour bewege ich mich noch auf Straßen, und die Navigation funktioniert perfekt. Rechtzeitig wird man per „An der nächsten Möglichkeit links“ vorbereitet um später dann punktgenau per „Jetzt links abbiegen“ navigiert zu werden. Da ich mich noch in bekannten Gefilden befinde, steuere ich zielsicher auf den Beginn einer mir bekannten Waldautobahn zu, und werde auch schon auf baldiges Abbiegen vorbereitet, erhalte dann aber 100 mvor der Einmündung die Anweisung den Weg zu verlassen. Ich schiebe das auf schlechten GPS-Empfang und fahre weiter, aber die App teilt mir mit, ich habe die Route verlassen, die nun hinter mit liege. Ich will die App ja testen, also gebe ich ihr ganz bewusst eine Chance, und drehe um. Dort wo die App mich abbiegen lassen möchte, erkenne ich mit viel Mühe einen alten, arg zugewachsenen ,Weg. Ich will kein Spielverderber sein, und schlage mich ins Unterholz. Zum Glück wird der Weg nach ein paar Metern einigermaßen fahrbar, so dass ich mir erste Flüche noch verkneife.

Die nächsten Kilometer laufen problemlos, die App navigiert mich sicher über Wald- und Feldwege, und die ersten Zweifel von einer halben Stunde vorher sind wieder meiner Technik-Gläubigkeit gewichen. In diesem Moment kündigt die App an, dass demnächst eine Abbiegung folgt. Ich kenne die Gegend und weiß genau, dass es diese Abbiegung nicht gibt. Meine Befürchtung bewahrheitet sich, die App verkündet fröhlich „Jetzt links abbiegen“ und ich schaue in einen dichten Fichtenwald, der überdies noch eine Steigung aufzuweisen hat, dass es schon zu Fuß nicht einfach werden sollte hier herauf zu kommen.

Fazit

Im Laufe der Tour bessert sich das Bild leider nicht wirklich. Immer wieder steht man an einfach nicht mehr existenten Wegen, oder soll Abschnitte auf der Straße fahren, obwohl es um die Ecke einen netten Waldweg gegeben hätte. Und wenn man schlussendlich an einer Stelle steht, wo es auch mit Motivation und gutem Willen nicht mehr voran geht produziert die App mehr Frust als Lust.

Zum Wandern mag die App super sein, oder generell wenn man sich ein wenig auskennt und mit einem Auge auf das Display und die Karte achten kann. Als Co-Pilot im Blindflug mit dem Mountainbike ist leider Unzufriedenheit vorprogrammiert. Auf Portalen wie GPSies und Co ist man in Sachen Tourplanung sicherlich besser aufgehoben.

Der Fairness halber sei erwähnt, dass mein Test der App schon im Sommer 2014 stattfand und sich das ein oder andere geändert haben mag, 

Titelbild (c) komoot (https://twitter.com/komoot/status/237861453988757504)

Share on Google+Share on TumblrTweet about this on TwitterShare on Facebook